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Keep
Rollin´
2007 Teil 3
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| USA,
September
2007 |
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Text + Fotos: Enrico Stirl
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| Die Stadt Moab in Utah ist der ideale Ausgangspunkt für gleich zwei
Nationalparks: Die Canyonlands und der Arches Nationalpark. Und als Zusatz gibt es noch den
Dead Horse Point State Park. Es gibt hier natürlich zahlreiche Motels, wir nehmen das Moab
Valley Inn, welches das größte Zimmer aller unserer bisherigen Motels hat. Selbst ein Sofa
und Sessel haben hier noch Platz. |
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Am nächsten
Morgen fahren wir noch vor dem Sonnenaufgang in die Canyonlands. Eintritt kostet
theoretisch $ 10,- oder NPP. Da es aber noch sehr früh ist, sitzt kein Ranger in der Hütte
und wir fahren so durch. Unser erstes Ziel ist der Mesa Arch, welcher bekannt ist für die
prächtigen Bilder, die man hier am frühen Morgen machen kann. Wir sind zwar rechtzeitig da,
nur ist es die Wolkendecke auch. Also Pustekuchen mit traumhaften Bildern. Dennoch stockt
einem der Atem, wenn man unmittelbar hinter dem Arch in die scheinbar endlose Tiefe blickt.
Etwas später blickt die Sonne doch noch durch die Wolken und ein ganz ordentliches Bild
lässt sich machen. Und weil es so schön ist, kannst Du das Bild unten
rechts durch anklicken auch vergrößern. Die Temperatur liegt hier bei 24°
C.
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Der Canyonlands Nationalpark wurde 1964 gegründet. Der
Teil, auf welchem wir uns bewegen, nennt sich „Island in the Sky“. Umschlossen wird diese
„Insel“- welche in Wahrheit ein breiter Tafelberg ist - vom Green River und vom Colorado
River, welche sich hier vereinen. Zunächst fahren wir zum Green River Overlook. Hier
befindet man sich 1.788 Meter über dem Meeresspiegel und kann sowohl den Green River als
auch das Werk, welches er geschaffen hat, sehen.
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Anschließend fahren wir zum Grand View Point. 366 Meter
unter uns liegt der White Rim, eine Sandsteinbank. In diese hinein haben sich die beiden
mächtigen Flüsse mittlerweile 305 Meter tief eingefressen, so dass man sie von hier aus
nicht mehr sehen kann. Wir laufen hier ein ganzes Stück am Rand entlang und genießen
die Blicke in die endlosen Weiten und zerklüfteten Schluchten. Die weitläufigen Schluchten
dienten übrigens Ende des 19. Jahrhunderts den legendären Banditen Sundance Kid und Butch Cassidy als
Zufluchtsort.
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Nur ein paar Meilen vor dem Eingang zu den Canyonlands
zweigt eine Straße zum Dead Horse Point State Park ab. Dieses Hochplateau ist nur über eine
knapp 30 m breite Stelle mit dem restlichen Plateau verbunden. Der Ort wurde von
Cowboys dazu genutzt, dort weidende wilde Mustangs mittels Ästen und Gestrüpp an dieser
engen Stelle einzuschließen. Anschließend wurden die besten ausgesucht und eingefangen. Der
Rest wurde wieder frei gelassen. Der Name bezieht sich auf eine Legende, wonach ein Mal die
Pferde eingepfercht geblieben sein sollen und an diesem Ort ohne Wasser verdursteten,
während 600 Meter unter ihnen der Colorado floss. Wenn das keine Ironie des Schicksals
ist...
Die Temperatur beträgt 27° C, der Eintritt kostet $ 7,- pro Fahrzeug.
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Nur ca. 5 km vom Ortsausgang Moabs entfernt ist der
Eingang zum Arches Nationalpark. Eintritt kostet $ 10,- oder Nutzung des NPP. Die
Temperatur bei unserem Besuch liegt bei 27° C. Bereits vor mehr als eintausend Jahren wurde
dieses Gebiet von Indianern auf der Suche nach Nahrung durchstreift. Und schon damals gab
es unzählige Steinbögen, Arches genannt. Wasser, Eis, extreme Temperaturschwankungen und
ein Untergrund aus Salz sind verantwortlich für die Schaffung dieser Landschaft. Vor
Millionen von Jahren lagerte sich auf einem Salzbett Sandstein ab. Das Salz ist unter
diesem Druck instabil und in Bewegung. Erodiert es durch Wind und Wasser, hinterlässt es
Löcher im Gestein und Arche entstehen. Dieser Prozess dauert bis in die heutige Zeit und so
entstehen immer noch neue Arche, während alte einstürzen. Über 2000 solcher Bögen sind in
diesem Park bislang katalogisiert. Manche nur einen Meter, der größte mit einer Spannweite
von 93 Metern. Dieses ist der Landscape Arch, welcher auf den beiden Bildern unten zu sehen
ist. Kaum vorstellbar, dass fast ein ganzes Fußballfeld unter diesem Bogen Platz hätte. Am
01.September 1991 stürzte ein großes Stück am rechten Teil des Bogens ab
(hier eine Aufnahme dieses Momentes). Seitdem ist es nicht mehr
gestattet, unter dem Bogen durch zu laufen.
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Auf dem Weg zum
Landscape Arch kommt mir ein kleine Gruppe Deutscher entgegen, von denen einer gerade
seinen Begleitern mitteilt: „Ich könnt mir vorstellen, dass es hier im Sommer noch viel
heißer ist.“ Ach was! Tatsächlich?? Bist du da alleine drauf gekommen??? So viel Scharfsinn
lässt mich staunen ;-)
Auf dem Bild
rechts ist der Double Arch zu sehen und unten links das North Window. Und wer wissen
will, wie so ein Steinfenster aussieht, wenn man genau drunter steht, sieht die Antwort
unten rechts. Woran mich dieser Anblick bloß erinnert?
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Es gibt im Arches
NP so viel zu sehen und bewundern, dass man selbst nach mehreren Tagen noch nicht alles
gesehen hat. Aber egal, wie viel Zeit man hat, zum Pflichtprogramm gehört der Delicate
Arch. 1.474 Meter über dem Meeresspiegel steht dieser 14 m hohe Steinbogen, dessen Abbild
auch auf vielen Autokennzeichen Utahs zu finden ist. Um ihn zu sehen, muss man 3 Meilen
(4,8 km) wandern und dabei einen Höhenunterschied von 146 m überwinden. Es gibt auf dem Weg
nahezu keinen Schatten, ein Mindestmaß an Kondition und ein paar Flaschen Wasser sind
Voraussetzung für diese Wanderung. Aber keine Angst, selbst unsere Kinder haben die Strecke
geschafft. Ein kurzesVideo zum Delicate Arch und Trail gibt es hier: Klick!
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Von
Moab geht unsere Tour in den Bundesstaat Colorado, wo wir in der Nähe von Cortez
den bislang größten Schrottplatz überhaupt sehen. Fahrzeuge aller Art verstreut so weit das
Auge blicken kann. Wir passieren etwas später die Grenze zum Staat New
Mexico und erreichen kurz danach die Straße zum Four Corners Monument. Dies ist der einzige
Punkt in den USA, an welchem vier Bundesstaaten auf einander treffen. Der Punkt liegt im
Navajo-Reservat und folglich kassieren sie von jedem (erwachsenen) Bleichgesicht, welches
den Punkt sehen will $ 5,-. Da wir zu viert sind, kann jeder von uns in einem anderen Staat
stehen.
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Trotz der langen
Fahrstrecke erreichen wir bereits am frühen Nachmittag den Grand Canyon, die Mutter aller
Schluchten. Eintritt immer noch $ 25,- pro Fahrzeug oder Nutzung NPP. Temperatur liegt bei
26° C. Und noch immer ist der Anblick beeindruckend. Für ein paar ausführlichere Infos
einfach in den Teil 3 von
2006 schauen. Wir übernachten wieder in Tusayan und kurz vor dem Sonnenuntergang fahr
ich wieder an den Rim, denn dann ist das Farbenspiel am schönsten. Doch am Rim angekommen
muss ich erstmal ein paar verzweifelte Runden auf der Suche nach einem Parkplatz kreisen.
Fast so schlimm, wie in der Vorweihnachtszeit in der Dresdner Innenstadt (aber wenigstens
nicht so teuer). Endlich find ich einen neben den Eisenbahngleisen. Jetzt nix wie raus und
los! Nachdem ich ein Stück gelaufen bin, merk ich, dass ich durch das rumkurven die
Orientierung verloren hatte und in die falsche Richtung laufe. Ahh! Ich könnt schreien!!
Also kehrt und kleiner Sprint. Ich erreiche den Rim gerade noch rechtzeitig, um das
Wechselspiel mit Licht und Schatten zu erleben.
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Vom Grand Canyon
geht es dann über die Interstate 40 und dem Hoover Damm Richtung Vegas. Der Hoover Damm ist noch immer der größte Staudamm
der Welt. 221 m hoch, 379 m breit und am Fuß der Staumauer gewaltige 201 m dick, staut er
den Colorado zum Lake Mead an. In Las Vegas verbringen wir die restlichen Nächte
wieder im Circus Circus. Der Durchschnittsverbrauch mit unserem Pontiac (3,5-l-V6 mit
4-Gang-Automatik) liegt am Ende bei 8,3 l/100 km. Da kann man nicht meckern! Getankt
haben wir übrigens immer die billigste Plörre, was meistens 85 Oktan waren. Die V6-Motoren
schlucken das problemlos weg. Wer in Las Vegas günstig tanken will, sollte einen Blick auf
diese Netzseite werfen: Vegas
Gas Prices. Anders als in Deutschland sind die Preisunterschiede doch recht
groß.
Unser Flug nach Denver startet um 11.00 Uhr in Vegas, also noch in Ruhe
frühstücken, den Wagen zurück bringen und um 09.15 Uhr stehen wir am Terminal von United.
Das selber einchecken scheitert daran, dass der Computer sich weigert, Annalenas Pass zu
lesen. Also stellen wir uns am Schalter an. Und dort stehen wir und warten und warten und
warten. Es gibt technische Probleme am Schalter und so langsam aber sicher läuft uns die
Zeit davon. Spätestens 45 Minuten vor Abflug muss man eingecheckt haben und 10.20 Uhr sind
wir endlich an der Reihe. Kommentar der Dame am Schalter: „You are too late.“
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Am liebsten hätt' ich diesen alten Drachen über den
Schalter gezogen, das ist doch nicht zu fassen! Ich mach dieser Schabracke klar, dass wir
mehr als zeitig genug da waren, dass dieser verdammte Computer sich geweigert hat, unseren
Pass zu lesen und dass es mit Sicherheit nicht unsere Schuld ist, wenn United technische
Probleme hat und wir ewig in der Schlange warten müssen. Außerdem haben wir Anschlussflüge
nach Deutschland, die wir erreichen müssen! Unser Glück ist, dass wir eigentlich drei
Stunden Aufenthalt in Denver hätten und zwei Stunden später der nächste Flug von Vegas nach
Denver geht. Also noch mal alles gut gegangen und nach nur drei absolut ruhigen Flügen
steigen wir dann in Dresden aus dem Flieger.
Und zur Belohnung, weil Du so tapfer bis zum Schluss alles gelesen hast, kannst Du jetzt
auf die Galerie klicken, um noch ein paar
fantastische Bilder im großen Format zu sehen.
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